![]() »Wir sind«, Acrylstich, Wendebilderbogen 1989/1999 |
Für Rolf Kuhrt steht seit Ende der 70er Jahre die Zeichnung
im Vordergrund seines künstlerischen Schaffens. In der Thematik und
in der Ausdrucksform seiner Holzschnitte ist der Lehrer Mattheuer deutlich
zu erkennen; in der expressiven Herangehensweise und in der Intention
der Zeichnung gibt es Gemeinsamkeiten mit seinem Mentor Bernhard Heisig.
Bezeichnend für Kuhrt, wie auch Heisig, ist eine kritische Nachdenklichkeit
über die Zeitverhältnisse, sowie ein beinahe kämpferischer
Glaube an die Humanität. In der Kunst Rolf Kuhrts tauchen immer wieder
Grundmuster menschlichen Verhaltens auf, aufgezeigt an einzelnen Märtyrergestalten,
die vor allem der Mythologie entnommen sind: Kassandra, Hekabe, Hiob,
Laokoon. Es sind durchweg Figuren, die sich gegen ein von außen
auferlegtes Schicksal wehren; dabei wird die Sehergestalt Kassandra oft
selbst zum Opfer. Rolf Kuhrt schleudert förmlich seine Emotionen
durch die Zeichnung heraus, ja, es gelingt ihm sogar, das Pathos und die
Verzweiflung der Gedemütigsten oder der sich Wehrenden - ähnlich
wie Munchs »Schrei« - sinnlich spürbar zu vermitteln.
Kuhrt bleibt jedoch nicht der Mythologie verhaftet, sondern nimmt sie
als Mittel, um menschliche Verhaltensweisen bloßzustellen. Inge Ludescher Auszug aus dem Vorwort zum Katalog: Zeichner 2 |
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